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19.12.1966

Toe Lea Ii Rockport Derby Schnürhalbschuhe Plain Braun Tan CS Herren „DER GEHORSAM STEHT AN ERSTER STELLE“

Unter der Überschritt "Die Erziehung von Hänsel und Gretel", schildert die Amerikanerin Alice Shabecoff im "New York Times Magazine", wie sich deutsche und amerikanische Kinder voneinander unterscheiden. Als Frau eines Bonner Korrespondenten der "New York Times" lebt sie - Mutter zweier Kinder - seit zwei Jahren in Deutschland. Ihrem Artikel ist folgender Auszug entnommen:
Deutsche und amerikanische Kinder sind voneinander so verschieden, wie es innerhalb der Gattung Kind gerade noch möglich ist.
Deutsche Kinder haben sehr gute Manieren. Wenn sie vorgestellt werden, geben sie die Hand, sehen mit klarem Blick ihrem Gegenüber in die Augen und finden die richtigen Grußworte.
Deutsche Kinder benehmen sich in der Öffentlichkeit gut. Sogar die jüngsten, die im Restaurant noch nicht richtig auf dem hohen Stuhl sitzen können, warten geduldig, während ihre Eltern gemächlich speisen.
Deutsche Kinder sind folgsam (wenn nicht sogar gefügig), hilfsbereit, brav, gute Esser und ohne Klage bei langen Spaziergängen.
Im Vergleich dazu wirken amerikanische Kinder laut, undiszipliniert, sprunghaft und faul. Sie sind natürlicher, aufrichtiger und freier als ihre deutschen Altersgenossen.
Natürlich sind das weitgehende Verallgemeinerungen, aber sie enthalten doch viel Wahrheit, so daß man sich fragt, wie solche Unterschiede zustande kommen.
Das Verhältnis zwischen deutschen Eltern und Kindern beruht im wesentlichen darauf, daß die Eltern Vorgesetzte sind und das Kind das tut, was ihm gesagt wird. Ein deutscher Arzt, der meinem Sohn wegen leichten Fiebers einen Tag Bettruhe verordnete, faßte es folgendermaßen zusammen: Ich bin älter und klüger, du bist klein und dumm", sagte er. "Du tust, was ich dir sage." Mein Sohn blieb im Bett.
Wenn deutsche Eltern um etwas bitten, erwarten sie, daß gehorcht wird. Disziplin und Autorität haben eine lange Tradition in Deutschland, und diese Tradition gibt den Eltern ihre Bestimmtheit. Sie sind hundertprozentig ihrer selbstsicher, anders als amerikanische Eltern, die sich oft gegenseitig die Gewissensfrage stellen, ob sie "das Richtige tun". Eine solche Frage käme den deutschen Eltern überhaupt nicht in den Sinn.
Ein weiterer grundlegender Unterschied zwischen amerikanischer und deutscher Kindererziehung liegt in der Anpassung. Manchmal fügen sich amerikanische Kinder in die Gewohnheiten ihrer Eltern; in anderen Fällen dagegen ändern die Eltern die Gewohnheiten, um den Wünschen ihrer Kinder entgegenzukommen. In deutschen Familien passen sich die Kinder an. "Wenn sich Eltern, die sich nicht durchsetzen können, vom Willen des Kindes leiten lassen, kommt Unverschämtheit auf", heißt es in dem Lehrbuch eines katholischen Gymnasiums in München.
In einer sehr aufschlußreichen Untersuchung, die von zwei Psychologen (Kemmler und Heckhausen, "Psychologische Rundschau") durchgeführt wurde, stellte man 110 Müttern die Frage: "Worauf würden Sie bei der Erziehung eines Sechsjährigen besonderen Wert legen?" Gehorsam stand auf der Liste an erster Stelle (15 Prozent); erst gegen Ende findet sich Frohsinn (0,3 Prozent).
Man vergleiche einen Satz aus dem Buch der deutschen Kinder-Psychologin Dr. Johanna Haarer: "Man gibt dem Kind" Spinat mit dem Satz des amerikanischen Kinderarztes Dr. Spock: "Man bietet dem Kind" Spinat an; das ist in wenigen Worten der Unterschied zwischen amerikanischer und deutscher Kindererziehung.
Wenn deutsche Kinder heranwachsen, bleibt die Wechselbeziehung zu den Eltern immer dieselbe: Die Eltern sind nur dazu da, das Kind zu lieben, zu beschützen und zu kommandieren. Die Familien machen lange Spaziergänge zusammen. Aber die amerikanische Art des "Zusammenseins" kennt man nicht.
Die meisten deutschen Eltern glauben immer noch, Kinder sollten zwar gesehen, aber nicht gehört werden. "Ein Kind muß einsehen, daß es in Gegenwart von Erwachsenen nur etwas sagen darf, wenn es angesprochen wird. Auch bei Tisch sollten Kinder still sein", heißt es in dem katholischen Lehrbuch.
In der eben erwähnten Untersuchung der Psychologen Kemmler und Heckhausen wurden die Mütter auch über die verschiedenen Entwicklungsstadien eines Kindes befragt.
Eine verblüffende Frage auf dem Fragebogen lautete: "Von welchem Alter ab würden Sie es in der Ordnung finden, daß ein Junge von sich aus an der Unterhaltung von Vater und Mutter teilnimmt?" Das noch überraschendere (statistische) Ergebnis lautete: 9,8 Jahre. In den Vereinigten Staaten würden die meisten Eltern eine solche Frage kaum verstehen: und wenn, dann würde ihre Antwort bestimmt lauten: "Von dem Tage an, da das Kind sprechen gelernt hat."
Eine Erzieherin, die sowohl in deutschen Kindergärten als auch im Kindergarten der Amerikanischen Botschaft in Bad Godesberg gearbeitet hat, glaubt, daß die deutschen Erziehungsmethoden häufig mehr Form als Inhalt hervorbringen. Sie sagte, daß deutsche Kinder oft hintenherum versuchen, sich durchzusetzen; ein amerikanisches Kind dagegen bahnt sich rücksichtslos seinen Weg und sieht einem ins Gesicht, wenn es eine kleine krumme Sache macht.
Anzeichen für eine Änderung sind allerdings unverkennbar. Ein Soziologe der Universität Bonn prophezeit: "Auf Deutschland kommen die gleichen soziologischen Verhältnisse zu, die zu den heutigen amerikanischen Erziehungsmethoden geführt haben: wirtschaftlicher Druck durch die Konsumgesellschaft und sozialer Druck durch die Bildung gleichgearteter Gruppen."
"Wir hier an der Klinik sind in der Autorität nicht durch die Tradition preußischer Kadetten beeinflußt", sagte der deutsche Kinderarzt Professor Dr. Bennholdt-Thomsen. "Wir wollen nicht, daß Kinder nur zum 'Jawohl'-Sagen erzogen werden. Uns geht es nicht um Konformismus. Ein Kind muß merken, daß durch die Eltern gewisse Grenzen gesetzt sind, aber das Kind macht innerhalb dieser Grenzen ungezwungen mit. Das Kind achtet die natürliche Autorität der Eltern, wenn deren Beziehung harmonisch ist."
Dr. Bennholdt-Thomsen gibt jedoch zu, daß er und seine Kollegen denen voraus sind, die um ärztliche Behandlung suchen. Ein Beispiel: "Wir sagen den Müttern, sie dürften ihre Kinder nicht bestrafen, wenn diese sich naß machen; aber mit dem Stolz der Mittelschicht setzen sie sich dann manchmal über unseren Rat hinweg."
Ohne Zweifel wird es noch einige Jahre dauern, bis die Bevölkerung im allgemeinen durch die veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse dazu gekommen ist. Eine Änderung wird jedoch nicht ausbleiben.
Aus amerikanischer Sicht wirkt das beruhigend. Denn man spürt, daß die neue, demokratische Erziehung die kommenden Generationen in Deutschland dazu bringen wird, mit Überlegung zu handeln, anstatt blindlings Autoritätspersonen zu gehorchen.
Autorin Alice Shabecoff, Sohn, Tochter
"Die meisten deutschen Eltern glauben ...
... Kinder sollen gesehen und nicht gehört werden": Deutsches Kind, amerikanische Kinder*
* Schuljungen eines nordamerikanischen Dorfes hindern ihren Bürgermeister einen Tag vor dessen Amtsjubiläum mit Wasserpistolen am Verlassen des Hauses.
Von Alice Shabecoff

DER SPIEGEL 52/1966
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